Archive

Beerdigungskosten sind nicht als Erbfallkosten abzugsfähig, wenn sie von einer Sterbegeldversicherung getragen werden

Sowohl im Zusammenhang mit der Berechnung von Erb- und Pflichtteilsansprüchen, als auch der Kalkulation einer etwaigen Erbschaftssteuerlast ist es wichtig, auch die vom Nachlass abzuziehenden Nachlassverbindlichkeiten und Erbfallkosten genau zu kennen.

Zu den Erbfallkosten zählen typischerweise die Aufwendungen für eine standesgemäße Beerdigung.

Diese Beerdigungskosten sind jedoch nicht als Erbfallkosten abzugsfähig, wenn diese durch eine von Erblasser abgeschlossene Sterbegeldversicherung übernommen werden.

Das Finanzgericht Münster entschied in einem aktuellen Fall, dass von den geltend gemachten Erbfallkosten jedenfalls die von der Sterbegeldversicherung übernommenen Teile nicht abzugsfähig seien.

Die Kläger beanspruchten im vorliegenden Fall den Abzug von insgesamt 15.000 € an Beerdigungskosten ohne Berücksichtigung der Leistung aus der Sterbegeldversicherung.
Das Finanzamt billigte den Erben allerdings nur eine Erbfallkostenpauschale von 10.300 € zu.

Das Finanzgericht stellte klar, dass im konkreten Fall ausschließlich die gesetzlich geregelte Erbfallkostenpauschale noch Anwendung finden könne, weil den Klägern Kosten für die Beerdigung entstanden seien, nachdem die Sterbegeldversicherung nicht alle Beerdigungskosten abgedeckt habe.
Die tatsächlichen Kosten überstiegen zwar den Pauschbetrag insgesamt, nicht allerdings der nach Vorwegabzug der Sterbegeldversicherung noch verbleibende Teil.

Zu berücksichtigen war in diesem Zusammenhang auch, dass die Erblasserin den Anspruch aus der Sterbegeldversicherung noch zu Lebzeiten an das Bestattungsunternehmen abgetreten hatte, d. h. dieses konnte seine Kosten bereits daraus anteilig decken.
Demnach seien den Erben keine höheren Kosten als der gesetzlich zugebilligte Pauschalbetrag entstanden.

Die Entscheidung liegt auf der Hand und ist nur konsequent.

Besteht eine Sterbegeldversicherung, die gerade die anfallenden Bestattungskosten (anteilig) abdecken soll, so ist bei der Berechnung der Bestattungskosten insgesamt auch diese Leistung zu berücksichtigen.
Hingegen macht es dann nur rechtstechnisch einen Unterschied, ob ein höherer Abzug wegen über dem Pauschbetrag liegenden Bestattungskosten erfolgt, im Umkehrschluss aber dann die Leistungen aus der Sterbegeldversicherung dem Nachlass zuzuschlagen sind, oder ob gleich eine Saldierung bei den Bestattungskosten unter Vorwegabzug der Leistungen aus der Sterbegeldversicherung erfolgt.

Bei allen Fragen rund um das Thema Erbrecht wenden Sie sich gerne an die Kanzlei WBK, Ihrem erfahrenen und kompetenten Partner auf dem Gebiet des Erbrechts.

Nutzen Sie unseren Service einer kostenlosen Ersteinschätzung um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Das Versterben in der Mietwohnung gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch

Wenn ein Mensch verstirbt, fallen für die Hinterbliebenen zahlreiche Aufgaben an, angefangen bei der Bestattung.
Die Erbfallkosten sind insgesamt meist beträchtlich und schmälern den Nachlass in aller Regel merklich. In einigen Fällen führen die Verbindlichkeiten sogar dazu, dass der Nachlass dann insgesamt als verschuldet anzusehen ist.

Hat der Verstorbene in einer Mietwohnung gelebt, so ist auch zu berücksichtigen, dass das Mietverhältnis zwar unter Verweis auf das Versterben gekündigt werden kann, es gelten dann allerdings dennoch Kündigungsfristen.

Weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Versterben wird der vormalige Vermieter allerdings zumeist nicht geltend machen können.

So hatte das Amtsgericht Berlin Tempelhof-Kreuzberg kürzlich entschieden, dass der vormalige Vermieter die Auszahlung der Mietkaution an die Erben nicht mit der Begründung verweigern kann, ihm seien Kosten wegen der Reinigung nach dem Todesfall entstanden.
In dem vom Gericht zu entscheidenden Fall wurde der Leichnam der verstorbenen Person erst einige Tage nach dem Ableben gefunden. Dies erforderte dann eine umfangreiche Reinigung der Wohnung, ebenso musste im betreffenden Raum der Boden neu verlegt werden.

Die Richter vertraten jedoch die Ansicht, dass das Sterben in der Mietwohnung und die daraus entstehenden Beeinträchtigungen der Wohnung als Folge des Versterbens keine Überschreitung des vertragsgemäßen Gebrauchs darstellen.
Der Vermieter hat demgemäß keinen Anspruch auf Schadensersatz oder eine Entschädigungszahlung für dadurch entstandene Schäden am Objekt.

Gerade bei finanziell schwachen Nachlässen ist es von besonderer Bedeutung, dass nach Beendigung des Mietverhältnisses auf die Mietkaution zurückgegriffen werden kann.
Für diese Fälle ist die vom Amtsgericht Berlin Tempelhof-Kreuzberg erlassene Entscheidung daher besonders begrüßenswert. Sie sichert den Erben grundsätzlichen Anspruch auf Auszahlung der Mietkaution – vorausgesetzt, am Mietobjekt lassen sich sonst keine Beschädigungen aus der Mietzeit feststellen.

Bei allen Fragen rund um das Thema Erbrecht steht Ihnen die Kanzlei WBK als erfahrener und kompetenter Partner zur Seite.

Nutzen Sie unseren Service einer kostenlosen Ersteinschätzung um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Bei Grundstücksteilung setzt die Eintragung des Forstrechts im Grundbuch den Antrag auf Löschung für nicht mehr begünstigten Teil voraus

Forstrechte, d. h. die Befugnis zur Bewirtschaftung von Waldflächen, sind typischerweise durch entsprechende Eintragung einer Berechtigung im Grundbuch eines Grundstückes (beispielsweise Hofgrundstück) als herrschendes Grundstück eingetragen.

Soll ein solches mit einem Forstrecht versehenes Grundstück geteilt werden, so setzt die Eintragung der Grundstücksteilung im Grundbuch voraus, dass zugleich die Löschung des Forstrechts für den nicht mehr begünstigten Teil beantragt wird. Dies hat das OLG München entschieden.

Bei Teilung eines Grundstückes, auf dem Forstrechte eingetragen sind, kann das jeweilige Forstrecht nur auf einem der durch die Teilung entstehenden Grundstücke eingetragen sein, nicht auf beiden.

Würde nur die Teilung des Grundstücks beantragt, nicht jedoch eine neue Zuordnung des Forstrechtes vorgenommen, würden sich das Forstrecht auf beide Grundstücke beziehen. Das sei aber unzulässig.

Dem kann nur dadurch begegnet werden, dass zugleich mit der Teilung des berechtigten Grundstücks die Löschung des Forstrechtes auf dem nach der Teilung nicht herrschenden Grundstück beantragt wird.

Die Entscheidung ist klar und verständlich.

Für die Berechtigung zur Bewirtschaftung eines Waldes braucht es die Eintragung auf einem sogenannten herrschenden Grundstück. Wird dieses geteilt, so muss eine Neuzuordnung vorgenommen werden. Deshalb kann es bei Bestehen eines solchen Rechtes nicht nur einen Antrag auf Erteilung des Grundstückes geben, sondern es muss auch eine Zuweisung des Forstrechtes vorgenommen und beantragt werden.

Insbesondere auch bei der Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften kann diese Frage eine enorme Rolle spielen, dabei ist im Vorfeld zu klären, ob lediglich das betreffende Grundstück geteilt werden soll, alternativ wäre eine Vereinbarung hinsichtlich des Forstrechtes zu treffen.

Bei allen Fragen rund um Immobilienangelegenheiten wenden Sie sich gerne an die Kanzlei WBK, Ihrem erfahrenen und kompetenten Partner, der Ihnen passgenaue Lösungen erarbeitet.

Profitieren Sie von unserem Service einer kostenlosen Ersteinschätzung um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Grabpflegekosten führen nicht zur Kürzung des Pflichtteilsanspruchs

Hat der Erblasser eine ihm nahestehende Person enterbt, hat diese mitunter Ansprüche auf Auszahlung eines Pflichtteils.

Dieser fällt in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils an und ist anhand des Nachlasswertes zum Zeitpunkt des Versterbens des Erblassers zu berechnen. Dabei ist dann eine Bilanz des Nachlasses zu erstellen, es sind die noch bestehenden Verbindlichkeiten von den Aktiva in Abzug zu bringen.

Insbesondere die Beerdigungskosten bilden eine Hauptabzugsposition.

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs dürfen jedoch Grabpflegekosten bei der Berechnung des Nachlasswertes für den Pflichtteilsanspruch nicht in Abzug gebracht werden. Es handele sich dabei nicht um Nachlassverbindlichkeiten.

Anderes gelte sogar dann nicht, wenn der Erblasser durch eine Auflage im Testament den Erben die Grabpflege übertragen habe.

Zwar trage der Erbe gemäß § 1968 BGB die Kosten der Beerdigung des Erblassers. Zu diesen Kosten zählen aber nicht mehr die Kosten für die Instandhaltung und Pflege der Grabstätte und des Grabmals. Daran könne die Möglichkeit der steuerrechtlichen Absetzbarkeit der Grabpflegekosten sowie die möglicherweise bestehende öffentlich-rechtliche Pflicht von Erben und Angehörigen zur Grabpflege nichts ändern.

Der BGH hat hier nun eine klare Aussage getroffen, nachdem beide Vorinstanzen noch anders entschieden hatten.

Die Frage, die in der Vergangenheit durchaus mit nachvollziehbaren Argumenten für Unsicherheit gesorgt hatte, dürfte damit abschließend geklärt sein. Ein Abzug von laufenden Grabpflegekosten ist nicht möglich.
Interessant wird die Entscheidung aber noch dahingehend sein, ob und inwieweit die in den im Zusammenhang mit der Bestattung anfallenden und auf die Dauer des Grabrechts entfallenden Friedhofsgebühren, die auch einen (allgemeinen) Unterhaltungsaufwand beinhalten, gegebenenfalls zu kürzen wären. Dies hat der BGH so nämlich nicht eindeutig entschieden.

Bei allen Fragen rund um das Thema Erbrecht wenden Sie sich gerne an die Kanzlei WBK, Ihrem erfahrenen und kompetenten Partner auf diesem Rechtsgebiet.

Profitieren Sie von unserem Service einer kostenlosen Ersteinschätzung um zu erfahren, ob auch in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Ein notarielles Nachlassverzeichnis darf nicht allein auf den Angaben des Erben beruhen

Zwischen den Hinterbliebenen gibt es oft Streit darüber, wie werthaltig der Nachlass ist und wie dieser sich zusammensetzt.
Insbesondere im Zusammenhang mit der Geltendmachung von Pflichtteilsansprüche bei Enterbung kann es von besonderer Bedeutung sein, den Nachlass durch öffentliche Urkunden genau zu bestimmen.
Dazu dient insbesondere die Errichtung eines notariellen Nachlassverzeichnisses.

Zur Berechnung von Erb- oder Pflichtteilsansprüchen muss der Nachlasswert bekannt sein.
Auf Verlangen der auskunftsberechtigten Person kann auch ein entsprechendes Nachlassverzeichnis durch einen Notar zu errichten und vorzulegen sein.

Der Notar darf sich dabei allerdings nicht ausschließlich auf die Angaben des Erben verlassen, so das Oberlandesgericht Celle.

Vielmehr ist der Notar darauf zu verweisen, auch eigene Nachforschungen anzustellen und insbesondere die Angaben des Erben zu überprüfen.

Nach Ansicht der Richter habe das notarielle Nachlassverzeichnis eine größere Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Auskunft zu bieten, als dies bei einem privat vom Erben erstellten Verzeichnis der Fall wäre.
Demgemäß müssen eigene Ermittlungen angestellt werden, es dürfen nicht lediglich die Erläuterungen des Erben protokolliert und beurkundet werden.
Im Einzelfall kann es sogar erforderlich sein, dass der Notar auch Kontounterlagen in eigener Verantwortung durchsieht, wenn sich Anhaltspunkte für Schenkungen ergeben.
Durch die Kontrolle der Bankunterlagen soll dann eine Verifikation der gemachten Angaben erfolgen können.

Umgekehrt sollte aber schon aus Kostengründen nicht zwangsläufig auf die Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnisses gedrängt werden.
Dieses bietet zwar formal eine größere Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben.
Allerdings hängt es von der Zusammensetzung des Nachlasses und der Informationsquellen ab, ob eine gesteigerte Überprüfung durch eine dritte Person wie einen Notar sinnvoll ist.
Gegebenenfalls erlangt dieser auch keine höhere Erkenntnis, als dies für den Erben möglich wäre, sodass dann ein nicht unbedingt besseres Nachlassverzeichnis vorliegt, dieses aber gleichwohl erhebliche Kosten verursacht, die wiederum als Nachlassverbindlichkeiten abzuziehen wären und somit auch etwaige Pflichtteilsansprüche schmälern.

Bei allen Fragen rund um das Thema Erbrecht wenden Sie sich gerne an die Kanzlei WBK als Ihrem erfahrenen und kompetenten Partner.

Profitieren Sie von unserem Service einer kostenlosen Ersteinschätzung um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Abweichende Gewinnverteilung bei einer GbR beeinflusst nicht zwingend die Aufteilung des Anteilswertes für Steuerzwecke

Gerade dann, wenn zum Nachlass einer verstorbenen Person Beteiligungen an Unternehmen und Gesellschaften gehören, kann es aufgrund der Bewertung dieser Vermögenswerte zu erheblichen Steuerlasten kommen.
Umso wichtiger ist es, die konkreten gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse der Beurteilung zugrunde zu legen.
Es sollte deshalb besonders Wert darauf gelegt werden, hierüber im ständigen Austausch mit der Erbschaftsteuerstelle des zuständigen Finanzamtes zu bleiben.

In einem nun vom Finanzgericht Münster entschiedenen Fall ging es um die Besteuerung von Vermögensanteilen der Erblasserin an einer GbR.
Diese hatte die GbR bereits im Jahr 1993 mit ihren beiden Kindern gegründet und dabei diverse Vermögenswerte eingebracht. Am Vermögen der GbR waren die Kinder zu je 47,5 % und die Erblasserin zu 5 % beteiligt.
Abweichend von dieser Vermögensverteilung standen der Erblasserin 90 % am Gewinn und Verlust zu, den beiden Kindern jeweils nur 5 %.
Nach den gesellschaftsvertraglichen Regelungen sollte diese abweichende Gewinnverteilung mit Beendigung der Geschäftsführerstellung der Erblasserin enden.

Gleichwohl ging das Finanzamt nun beim Tod der Erblasserin von einem Wert des auf die Kinder entfallenden Anteils der Erblasserin am Betriebsvermögen aus in Höhe von 90 %.

Bereits im Jahre 1993 wurde die Zuwendung der GbR-Beteiligung an die Kinder als Schenkung in Höhe von jeweils 47,5 % des Gesamtwertes der Gesellschaft betrachtet.
Die abweichende Gewinnbeteiligung wurde dann noch als nießbrauchsähnliches Nutzungsrecht gewertet und hierfür eine Stundung gewährt.

Der nunmehrigen Bewertung durch das Finanzamt nach dem Tod der Erblasserin im Jahre 2012 erteilte das Finanzgericht eine Absage und gab der Klage der GbR vollumfänglich statt.

Nach den Regelungen des Gesellschaftsvertrages habe es einen von den Beteiligungsverhältnissen abweichenden Gewinnverteilungsschlüssel gegeben.
Die frühere schenkungsteuerliche Behandlung als nießbrauchsähnliche Gestaltung sei unzutreffend gewesen.

Der abweichende Gewinnverteilungsschlüssel sei ausdrücklich an die Geschäftsführerstellung der Erblasserin gekoppelt gewesen, sodass bereits die Möglichkeit eines Erwerbs des mit der abweichenden Gewinnbeteiligung ausgestatteten Anteils fraglich sei. Es bestehe mithin keine Verbindung zwischen den von der Erblasserin an der Gesellschaft gehaltenen 5 % Anteile am Vermögen und andererseits der hiervon abweichenden Gewinnverteilung.

Jedenfalls aber sei ein solcher Erwerb durch den Erbfall wegen der damit zwingend eintretenden Beendigung der Geschäftsführerstellung ausgeschlossen. Durch den Tod Erblasserin sei die abweichende Gewinnverteilung nach den gesellschaftsvertraglichen Regelungen erloschen und könne daher nicht mehr für die Verteilung und Bewertung herangezogen werden.

Die Entscheidung des Finanzgerichtes erscheint aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung konsequent.
Hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die steuerrechtliche Einordnung stets der zivilrechtlichen Ausgestaltung zu folgen hat. Dies bedeutet, dass ein Vorgang nur in dem Umfang als steuerrechtlich relevant beurteilt werden kann, als dieser auch zivilrechtlich zu Ansprüchen des Betreffenden führt.

Dennoch hat das Finanzgericht vorliegend die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. Es bleibt abzuwarten, ob eine höchstrichterliche Klärung dieser Frage noch erfolgen wird. Nach allen bisher bekannten Kriterien dürfte der BFH die Entscheidung des Finanzgerichtes bestätigen.

Benötigen Sie Hilfe bei der Beantwortung von Fragen rund um das Thema Erbrecht und Erbschaftssteuerrecht, so wenden Sie sich gerne an die Kanzlei WBK als erfahrenen und kompetenten Partner auf dem Gebiet des Erbrechtes.

Nutzen Sie unseren Service einer kostenlosen Ersteinschätzung um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Pflege und Erben birgt hohes Streitpotenzial

Pflegen Kinder ihre Eltern im Alter, kann es im Todesfall zu einigem Streit zwischen den Hinterbliebenen kommen. Nicht selten wird das Kind, welches die Pflegeleistungen erbracht hat, einen höheren Erbanspruch geltend machen. Ob dieser im Einzelfall besteht, kann durchaus kritisch sein.

Grundlage für einen solchen Ausgleichsanspruch des pflegenden Erben ist die Regelung in § 2057a BGB. Dieser setzt allerdings voraus, dass der Erbe durch die Pflege Erwerbseinbußen hinnehmen musste, die durch einen entsprechend höheren Erbanteil ausgeglichen werden sollen. Dazu muss der Pflegende jedoch seine konkret erbrachten Leistungen und die demnach erlittenen Einbußen nachweisen, was sich oft als äußerst schwierig darstellt.

Hinzu kommt, dass die Pflege in den meisten Fällen durch entsprechende Mehrleistungen – also einkommensabhängige, finanzielle Beihilfen – erbracht wird. In diesem Fall kann kein Ausgleichsanspruch gestellt werden, weil damit nicht gleichzeitig eigene Erwerbseinkünfte zurückgestellt wurden.

Dem kann dadurch begegnet werden, dass der gepflegte Elternteil im Testament abweichende Erbquoten festlegt, durch die pauschal die erbrachten Pflegeleistungen aufgefangen und abgegolten werden. Alternativ hierzu kann ein Pflegeentgelt vereinbart werden, das heißt die erbrachten Leistungen beruhen zunächst nicht auf einer reinen Gefälligkeit, sondern werden regelmäßig und nachweislich vergütet.

Eine weitere Möglichkeit wäre, bereits im Vorgriff auf die spätere Erbfolge dem betreffenden Kind eine größere Zuwendung zu machen, die gegebenenfalls (teilweise) auf den späteren Erbteil anzurechnen ist. Verbunden werden kann diese Zuwendung zu Lebzeiten dann auch mit einer entsprechenden Verpflichtung zu Wart und Pflege. Gerade bei der Immobilienübertragung zu Lebzeiten im Wege der vorweggenommenen Erbfolge ist dies durchaus gängig.

Möchte der spätere Erblasser professionelle Pflegekräfte – also solche, die aufgrund vertraglicher Beziehungen und entsprechender Pflegeverträge die Pflegeleistungen erbringen – als Erben einsetzen, kann dies zu problematischen Situationen führen, was vor Kurzem bereits Thema in einem unserer Blogartikel war. So ist meistens in arbeitsvertraglichen Regelungen ein Ausschluss solcher Zuwendungen vorgesehen, um Missbrauch vorzubeugen. Gleiches gilt nach landesgesetzlichen Bestimmungen.

Bei einer Unterbringung im Heim stehen entsprechende Regelungen des Heimgesetzes einer solchen Zuwendung im Rahmen einer letztwilligen Verfügung entgegen. Entsprechende Verfügungen von Todes wegen wären sittenwidrig und hätten deshalb keine Wirksamkeit. Möchte der Erblasser also bewirken, dass eine Person für die ihm gegenüber erbrachten Pflegeleistungen gesondert entlohnt wird, ist dies sorgfältig vorzubereiten.

 

Die Kanzlei WBK unterstützt Sie gerne bei der Lösungsfindung und erarbeitet gemeinsam mit Ihnen passende Möglichkeiten, um Ihrem Willen gerecht zu werden.

Profitieren Sie von unserem Service einer kostenlosen Ersteinschätzung, um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

 

Immobilie geerbt: Später Einzug gefährdet Steuerbegünstigung

Steuerliche Aspekte sind in einem Erbfall von wesentlicher Bedeutung. Neben den Steuerfreibeträgen, die je nach Angehörigenverhältnis bemessen werden, sind auch sonstige Privilegierungen und Befreiungstatbestände zu berücksichtigen.

Der Wichtigste darunter ist wohl die Nutzung des geerbten Familienheims durch den Erben. Nach einer aktuellen Entscheidung des Finanzgerichtes Düsseldorf findet die Steuerbefreiung allerdings keine Anwendung, wenn das geerbte Familienheim erst 18 Monate nach dem Tod des Erblassers vom Erben bezogen wird. Die steuerliche Privilegierung greife nur dann, wenn das Objekt unverzüglich nach dem Erbfall weiter genutzt werde.

Insbesondere, wenn der Erbe sich sehr zeitverzögert um die Räumung und Renovieren des Objektes kümmert, sei dies ihm daher selbst anzulasten. Hat die geerbte Immobilie erheblichen Renovierungs- und Instandhaltungsbedarf, müsste der Erbe unmittelbar nach dieser Kenntniserlangung reagieren. Auch beim Ausräumen der Wohnung müsste im Zweifelsfall ein Unternehmer beauftragt werden, wenn hierfür beim Erben selbst nur wenig Zeitkontingent zur Verfügung stehen sollte. Ebenso die Bestellung von notwendigen Einrichtungsgegenständen, wie zum Beispiel einer Küche, müsste in Anbetracht aller Umstände rechtzeitig erfolgen.

Die Entscheidung macht deutlich, dass sich der Erbe früh dazu entschließen muss, ob und unter welchen Umständen er das geerbte Familienheim weiter nutzt. Ergeben sich notwendige Arbeiten für die Durchführung der Räumung oder entsprechender Reparaturen und Instandsetzungen, so sind diese ebenfalls zügig zu erledigen.

Anderenfalls läuft der Erbe Gefahr, dass die Weiternutzung nicht mehr als unverzüglich angesehen wird und damit die Steuerbefreiung wegfällt. Dies kann – je nach Zusammensetzung und Wert der übrigen Nachlassgegenstände – dazu führen, dass ein beträchtlicher Steueranspruch entsteht, der mitunter sogar dazu führen kann, dass die Immobilie veräußert werden muss.

 

Benötigen Sie Hilfe im Zusammenhang mit erbrechtlichen Fragestellungen, so wenden Sie sich gerne an die Kanzlei WBK, Ihrem erfahrenen und zuverlässigen sowie kompetenten Partner auf dem Gebiet des Erbrechts.

Profitieren Sie von unserem Service einer kostenlosen Ersteinschätzung, um zu erfahren, ob in Ihrem Fall die Einschaltung eines Anwaltes sinnvoll ist.

Cookies

Nach Ihrer Zustimmung verwenden wir Google Analytics, Adwords und YouTube Videos. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.